IMG_1880 „Hope Theatre Nairobi“ zu Gast in der Ernst-Reuter-Schule II Multimediale Theaterperformance zum Thema „Wasser“ Wasser ist für alle da. Es ist eines der kostbarsten Güter auf der Welt. Wasser wird oft sinnlos verbraucht, verschmutzt und ungerecht verteilt. „Ohne Wasser sei kein Leben möglich“, schreit eine ganz in blau gekleidete Frau zu Beginn der multimedialen Show mit aggressivem Tonfall von der Bühne. Sie stellt sich als „Mutter Erde“ vor. „Hallo Erdlinge, es ist schön, dass ihr da seid, aber es ist auch gut, dass ich da bin, proklamiert sie“. Sie will an die Menschen appellieren, dass diese aus Gier und Ignoranz nicht alles kaputt machen und so nicht ihre eigne Welt zerstören. Am 12. Mai findet im voll besetzten Schultheater- Studio Frankfurt das beeindruckende Theaterstück „Wasser!“ des Hope Theatre Nairobi statt. Die Truppe des Hope Theatre Nairobi setzt sich mit diesem Thema auf interessante Art und Weise auseinander. Im Mittelpunkt der Revue steht die Ressource Wasser und deren Bedrohung durch Klimawandel, wirtschaftliche Spekulation, Großbauprojekte und andere Konflikte rund ums Wasser. Des Weiteren wird auch die Flüchtlingsproblematik thematisiert. Ein Flüchtling aus Eritrea erzählt auf ergreifende Art und Weise von seiner gefährlichen Überfahrt mit einem Boot über das Mittelmeer nach Europa. Das Hope Theatre Nairobi wurde im Mai 2009 als Ergebnis einer Theaterarbeit mit SchülerInnen, LehrerInnen und Jugendlichen der Organisation Hands of Care and Hope in Korogocho (Stadtteil von Nairobi) von Stephan Bruckmeier gegründet. Bruckmaier und andere europäische und afrikanische Theaterschaffende entwickelten einen Theaterstil, der verschiedene nationale und internationale Traditionen aufgreift und verbindet. Etwa zwanzig Jugendliche aus unterschiedlichen Slumgebieten der Millionenmetropole arbeiten mittlerweile daran mit. Aus Collagen, Videoclips, Interviews, Songs und Tänzen hat die Gruppe ihre Show zusammengesetzt. Theater sei in Kenia nicht wie in Deutschland, erzählen die jungen Afrikaner. Es werde kein Stück mit zusammenhängender Handlung aufgeführt. In den einzelnen Szenen machen die Künstler nicht nur auf die Wasserknappheit in der Welt aufmerksam, sondern auch auf ihr Leben in den Slums rund um die kenianische Hauptstadt Nairobi und auf Themen wie fairer Handel und faire Produktionsbedingungen. Nicht zu überhören ist der Appell an die großen Industrieländer wie Deutschland, sich gegenüber den ärmeren Ländern anders zu verhalten und Ausbeutung zu stoppen. „Seit 50 Jahren kommt die ganze Welt zu uns, um zu helfen. Aber das Einzige, was sich verbessert hat, ist die Qualität der Fotos“, kritisiert eine Schauspielerin im Stück. Für die SchülerInnen der Ernst Reuter Schule war die Vorstellung und die anschließende Gesprächsrunde ein erneuter Anlass sich mit den wichtigen Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und fairer Handel auseinander zu setzten. Herzlichen Dank an das gesamte Team des Hope Theatre Nairobi für eine sehr abwechslungsreich gestaltete und nachdenklich stimmende Vorführung!

Bericht: Daniela Kroworsch, Bilder: Christian Weber