Am 19. November 2015 kamen zwei Englisch Kurse aus der 10. Klasse und fünf Schüler aus der 9g/h zusammen, um die Geschichte des südafrikanischen anglikanischer Priesters und ANC Aktivisten Michael Lapsley zu hören.

Michael Lapsley verstand es geschickt, die Schülerinnen und Schüler durch Fragen und Antworten in die Präsentation einbeziehen. Unter seiner Anleitung reflektierten sie über komplexe moralische Fragen, mit denen er als junger Priester im Apartheid System konfrontiert wurde: die zerstörerische Auswirkungen auf die Menschen und die Unmenschlichkeit dieser Gesellschaft. Er brachte sie dazu, den Unterschied zwischen Rache und Wiedergutmachung zu erkennen und verstehen.

Nach einem einleitendem Film, erzählte Michael Lapsley über seine Kindheit und Jugend. Er verließ seine Heimat Neuseeland mit 17 Jahren, um in Australien Priester zu werden. Sein Orden schickte ihn später nach Südafrika. Er beschrieb anschaulich seine ersten Erlebnisse mit dem Apartheid System in Südafrika. „Als ich nach Südafrika kam, hörte ich auf ein Mensch zu sein und wurde ein weißer Mann.“, sagte er den gebannt zuhörenden Schülerinnen und Schüler. Er beschrieb weiter, wie er das Apartheid System nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren konnte und sich zum Widerstand entschloss. Nach dem Soweto-Aufstand in 1976 und die anschließende Folterung und Tötung von Kindern und Jugendlichen, wurde er Mitglied des ANC, der zu dieser Zeit in Südafrika verboten war. Wegen seines Aktivismus gegen die Apartheid, wurde er von der südafrikanischen Polizei verfolgt und erhielt 1990 eine Briefbombe, die ihn fast tötete. Er verlor seine Hände und ein Auge. Das Trommelfell auf beiden Ohren wurde beschädigt. Er beschrieb eindringlich seine Zeit im Krankenhaus und wie die vielen Solidaritätsbekundungen, die er erhielt, ihn aufrichteten und ermutigten. Aufgrund dieser Erfahrung wurde er 1998 Mitbegründer von „The Institute for Healing of Memories“ (www.healing-memories.org), und widmet sich jetzt der Unterstützung von anderen Opfern von Gewalt in Südafrika und der ganzen Welt. Dieses Institut unterstützte auch die Arbeit der „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ unter dem Vorsitz von Bischof Tutu.

Die Studenten waren von der Präsentation, die komplett auf Englisch stattfand, fasziniert und tief bewegt. Michael Lapsley beeindruckte durch sein Humor, Weisheit und Menschlichkeit. Es war ein unvergessliches Erlebnis!
Gretel Ghamsharick gretel.krueger@gmail.com                       Fotos: Christian Weber

English version

Fair-Trade-Team invites Anti-Apartheid Activist Michael Lapsley to the Ernst-Reuter-School II
On November 19th, 2015 two English classes from the 10th grade and five 9th Graders gathered together to listen to the story of the South African Anglican priest and ANC activist Michael Lapsley.

Michael Lapsley involved the students through question and response sessions. He prompted them to reflect about the complex moral issues he faced as a young priest in South Africa living under apartheid: the damaging and traumatic effects on the people and the inhumanity of this system. Under his guidance the students elaborated the difference between revenge and restorative justice after a period of extreme violence.

After an introductory film, Michael Lapsley talked about his childhood in New Zealand, which he left when he was 17 to become a priest in Australia. A few years later he left Australia for South Africa. He vividly described his firsthand experience with apartheid. “When I came to South Africa , I stopped being a human being and became a white man”, he said. He further explained, how his conscience made it impossible for him to stay silent and he decided to oppose the system. After the 1976 Soweto uprising and the subsequent torture and killing of children and young people he joined the ANC, which was banned in South Africa at that time. Because of his activism against apartheid, he was targeted by the South African police and received a letter bomb in 1990, which nearly killed him. He lost his hands, his sight on one eye and his ear drums were damaged. He told the students about his time in hospital and how he found comfort and new courage from the many manifestations of solidarity he received. Now he is dedicated to helping other victims of violence in South Africa and all over the world. For this purpose he became founding member of “The Institute for Healing of Memories” in 1998. This institute also supported the work of the “Truth and Reconciliation Commission” under the chairmanship of Bishop Tutu.

The students followed the presentation, which was completely carried out in English, deeply moved and fascinated. His inspiring life story left a lasting impression on their minds and also a memorable understanding for the struggle against apartheid.
Gretel Ghamsharick gretel.krueger@gmail.com                           Photos: Christian Weber