Fairtrade im Klassenzimmer / Woher kommt die Schokolade?

Mit dieser und vielen anderen Fragen zum fairen Handel setzten sich die Schüler und Schülerinnen der Grundschule Hersbruck an drei Tagen in unterschiedlichen Workshops auseinander. Sie erfuhren, was „fairtrade“ bedeutet, welche Produkte fair gehandelt werden und wo man sie kaufen kann.Die Grete-Schickedanz Grundschule Hersbruck strebt für dieses Schuljahr die Auszeichnung einer „Fairtrade-School“ an. Dabei möchte sie Engagement für den fairen Handel und für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zeigen.

Die Schüler berichten aus ihren Workshops:

Die dritten und vierten Klassen besuchten den Weltladen Cocoyoc in der Prager Straße. Dort wurden ihnen die verschiedenen, fair gehandelten Produkte vorgestellt und die Länder, aus denen sie kommen, auf einer Weltkarte gesucht. Dabei zeigte es sich, dass die Kinder ihr neu erworbenes Wissen aus den anderen Workshops prima gebrauchen konnten. Die Bedeutung des Fair-Trade-Zeichens oder des Gepa-Logos,  das sich auf Schokolade, Tee, Kaffee und anderen Produkten wiederfand, war den Kindern gut bekannt.

Der Workshop „Fair Trade in Hersbruck“ hat uns sehr gut gefallen, weil wir wieder etwas Neues über unsere Stadt herausgefunden haben. Wir haben auch den Eine Welt-Laden Cocoyoc besucht. Dort haben wir einen Schokobonbon bekommen. (Sophia und Neele, 4c)

Zum Thema „Kinderarbeit“ setzten sich die Kinder der dritten und vierten Klassen hauptsächlich mit arbeitenden Kindern im Rahmen der Kakaoernte auseinander. Diese verglichen sie mit vorher erarbeiteten Kinderrechten. Sehr schnell fiel den Schülerinnen und Schülern auf, dass Kinderarbeit eine sehr ungerechte Sache ist. Gemeinsam wurde herausgefunden, wie jeder einen kleinen Beitrag dagegen, beispielsweise durch den Kauf von Fair Trade-Produkten, leisten kann. Jedes Kind durfte für sich außerdem unter dem Motto „Kinderarbeit – NEIN DANKE!“ ein eigenes Logo gegen Kinderarbeit entwerfen.

Wir haben zuerst ein kleines Buch gefaltet. Dann haben wir in das Buch geschrieben, was Fairtrade bedeutet. Nun haben wir das kleine Buch in unser Fairtrade-Lapbook geklebt. Danach haben wir eine Weltkarte bekommen. Auf der Weltkarte sollten wir mit unserem Partner Kontinente und Länder suchen (die den Weltladen Hersbruck über El Puente beliefern).

Am besten fand ich den Workshop „Was ist Fair Trade?“. Wir haben da zwei Kurzfilme angeschaut und dann nachgespielt, wie der Welthandel funktioniert. Der ist oft ungerecht. Mit Fairtrade bekommen die Kakaobauern einen fairen Preis und können ihre Kinder in die Schule schicken. (Noah, 4c)

Aus Fairtrade – Produkten durften wir leckere „Energiekugeln selbst machen“. Die haben nicht nur geschmeckt, sondern waren auch gesund und vor allem aus fair gehandelten Produkten hergestellt.

Im Workshop „Woher kommt die Schokolade?“ haben wir erfahren, wie viele Arbeitsschritte nötig sind, bis aus der Kakaofrucht die fertige Schokolade hergestellt werden kann. Dafür bekommen die Kakaobauern in Afrika und Südamerika oft nur ganz wenig Geld. Wenn wir fair gehandelte Schokolade kaufen, können wir sie unterstützen, weil dann klar geregelt ist, dass sie mehr Geld für die Kakaobohnen verdienen und sich und ihre Familien davon ernähren können.

Im Klassenzimmer der Klasse 2a drehte sich alles um das Thema „Upcycling“. Auch wenn das Aufwerten von alten, ungenutzten Gegenständen oder Müll auf den ersten Blick wenig mit Fairtrade zu tun hat, ging es auch hier um den bewussten Umgang mit alltäglichen Dingen. So entstanden im Workshop nicht nur farbenfrohe Rasseln aus Papprollen, Kronkorken und Wollresten, sondern auch unzählige weitere Upcycling-Ideen.

Mir hat der Workshop „Upcycling“ am besten gefallen. Wir haben aus leeren Milchtüten Geldbeutel gebastelt. Den kann man richtig verwenden und die Tetrapack-Tüte ist noch für etwas gut. (Leander 4c)

Im Workshops „Faire Bälle“ gingen die Schüler und Schülerinnen der Frage nach, wo und wie Bälle gefertigt werden. Fast alle der handgenähten Sportbälle kommen aus Pakistan, die meisten davon aus der Stadt Sialkot. Fairtrade ermöglicht den Nähern und Näherinnen gerechtere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne. Dies haben die Schüler anhand von Originalwerkzeug, Bildern, kurzen Stationen und einem Film erarbeitet. In der Turnhalle konnten die Kinder am Ende noch an Stationen unterschiedliche Fairtrade-Bälle testen.

Wir lernten den Weg der „Fairen Banane“  von Ecuador zu uns in den Supermarkt kennen. Dazu bastelten wir ein Dominospiel und tranken leckere Bananenmilch. Ein Herzliches Dankeschön an den REWE – Markt Hersbruck, der durch seine großzügige Spende von fairen Bananen und fairer Milch rund 270 Schülern und Schülerinnen diese Kostprobe ermöglichte.