Fair Play ist die große Überschrift der FIFA-Fußball-WM 2014 in Brasilien. Fair Play? Parallel zu den Spielen in Brasilien werden die Schülerinnen und Schüler der Q1 im Katholischen Religionsunterricht mit der Fair-Play-Thematik, die über die Spielfeldgrenzen und mögliche Wettmanipulationen etc. pp. hinausgeht, konfrontiert. Denn das Wichtigste im Fußball ist doch die Kugel, um die sich alles dreht und wendet, der Ball, dem 90 Minuten lang 22 Männer oder Frauen hinterjagen, – springen … wie auch immer!! Auch in besagter Unterrichtseinheit stand eben dieser Ball im Mittelpunkt des Geschehens.
Nachdem in die Runde gefragt wurde, wer von den Schülerinnen und Schülern die WM verfolgt, selber Fußball spielt und entsprechend auch schon einmal selbst einen Fußball gekauft oder geschenkt bekommen hat, sollten sie den Preis für einen Fußball schätzen. Die Lernenden des Kurses kannten sich nicht unerwartet gut aus. Für einen adidas-WM-Spielball bezahlt man im Schnitt um die 130,- €. Ist der Ball denn auch seinen Preis wert? Die Schülerinnen und Schüler sind sich einig: Diese Bälle haben eine super Qualität und halten einiges aus. Doch wie viel Arbeit in solch einem Ball steckt, ist den Schülerinnen und Schülern nicht so richtig klar. Um „am eigenen Leib zu spüren“, wie viel Arbeit es macht, einen Fußball zu fertigen, werden nun Kleingruppen von vier bis fünf Lernenden gebildet. Jede Gruppe hat den Auftrag mit Hilfe von Schablonen in Wabenform, Scheren, Nadel und Faden, Tonpapier und Stiften einen Fußball zu fertigen. Um den Ehrgeiz der Gruppen anzustacheln wird im Sinne eines Egg-Race eine Belohnung für die schnellste und sorgfältigste Gruppe ausgeschrieben. Mehr oder weniger gut koordiniert und organisiert starten die Gruppen in die Produktionsphase und um das Ergebnis schon vorweg zu nehmen: Keine der Gruppen produziert bis zum Ende der Arbeitszeit einen fertigen Ball. Die Zeit war, trotz guter Arbeitsteilung, nicht ausreichend. Die Waben mussten vorgezeichnet und geschnitten werden, der Stich musste gleichmäßig und eng sein. Selbst für geübte NäherInnen war das zusammennähen der Waben eine Herausforderung. Schnell ist den Lernenden daher klar geworden, wie viel Arbeit in einem Fußball steckt! Zudem besteht ein Fußball ja aus Leder und nicht aus Papier, was die Sache um ein Vielfaches schwerer macht.
Der Fußball ist also seinen Preis wert! Oder?
Im Anschluss an die Nähphase wird den Schülerinnen und Schülern ein Einspieler präsentiert über die Arbeitsbedingungen und den Lohn der FußballnäherInnen von adidas und co. So werden fast 75 % aller Fußbälle weltweit in Handarbeit in Pakistan1 gefertigt. Drei Fußbälle schafft ein Näher im Schnitt pro Tag und er verdient dabei umgerechnet ca. 50 Cent!! pro Fußball. Fair Play sieht da wohl anders aus. Neben der Präsentation der Bedingungen in den Nähzentren bekommen die Schülerinnen und Schüler anhand des Clips zudem Einblick in die deutlich verbesserten Bedingungen fairer Produzenten. Deren Produkte sind auf auch auf dem deutschen Markt erhältlich und nicht teurer als die herkömmlich produzierten Bälle.
Zeit, dass sich was ändert finden auch die Schülerinnen und Schüler. Fair Play kann also beim nächsten Fußballkauf beginnen. Die Entscheidung liegt nun in auch in ihren Händen. fairplay bild