Im November 2017 begab sich die Kolpingschule auf ein Experiment. Nachdem die Klasse 3a seit Wochen die Technik des Fußballspielens wie Dribbeln, Passen und Schusstechniken trainiert hatte, wurden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt, die Tore aufgestellt, der Torwart bestimmt und los ging es. Außer der immer geltendenn Sportregeln, die keine verbalen und körperlichen Ausschreitungen zulassen, wurde den Kindern keine weiteren Fußballregeln vermittelt oder ins Bewusstsein gerufen.Während die Kinder voller Begeisterung dem Ballsport  nachgingen, mussten sie immer wieder zahlreiche wichtige Fragen klären, wie zum Beispiel: Ab wann ist denn eigentlich ein Ball aus? Wer hat den Ball, wenn ein Tor geschossen wurd? Was tun wir, wenn ein Kind unfair gespielt hat? Dies funktionierte in den meisten Fällen ohne Lehrkraft. Bei schwerwiegenden Streitigkeiten und in regelmäßigen Abständen unterbracht die Lehrkraft das Spiel und reflektierte gemeinsam mit den Kindern. So wurden die Wörter „Fair“ und „Unfair“ mit Inhalt gefüllt und für Kinder greifbar und verständlich gemacht.Sie lernten „FAIRPLAY“ zu betreiben, natürlich mit einem Fußball aus dem fairen Handel.

Neben diesen für den Sportunterricht unerlässlichen Inhalte, wurde das Themengebiet noch auf einen Schwerpunkt des Schulkonzepts ausgeweitet: Fairtrade. Zahlreiche im Sportspiel erarbeiteten Inhalte können auf dieses für Kinder sehr schwer greibare Themenfeld übertragen werden, denn auch dabei ist Fairness eine Grundlage, wie der gleiche Wortstamm „fair“ verdeutlicht. Aus diesem Grund wurden in den Reflexionsphasen noch weitere Impulse gesetzt, die das Hineinversetzen in Händler und ProduzentInnen ermöglicht. Dazu zählen beispielsweise:

  • Wie hast du dich gefühlt, dass andere einfach über Regeln bestimmt haben, die du aber auch einhalten musstest?
  • Wer hat die Regeln festgelegt? Waren es die Kinder, die bereits länger Fußball spielen und sich vermeintlich auskennen?
  • Wie konntest du erreichen, dass auch du einmal etwas zu bestimmen hattest?

In einer darauf folgenden Deutschstunde wurde dann das Thema fair gehandelter Fußball besprochen. Es wurde geklärt, wo die allermeisten Fußbälle hergestellt werden, wie ein Fußball genäht wird und was der Unterschied zwischen einem fair gehandelten Fußball und einem konventionellen Fußball ist.

(Laura Ludwig und Petra Münzel)