Auf der Suche nach einer Unterrichtsreihe, die Grundschulkindern einer dritten Klasse das Thema Fairtrade nahe bringen könnte, stieß ich auf das Thema Bananen.

Bananen – eine Frucht, die jedem Kind bekannt ist und die allgemein beliebt ist. Aber ich war sicher, dass den Kindern nicht bewusst war, woher Bananen kommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut bzw. verkauft werden.

Zu Beginn durften alle Kinder ein Stück Banane probieren und in Partnerarbeit ihr Vorwissen über Bananen und ihre Fragen zum Thema notieren. Dabei kamen tatsächlich sehr interessante Fragen zustande, die die Kinder zum Schluss der Reihe selbst beantworten konnten. Z.B. wurde gefragt: Wachsen Bananen in Deutschland? Warum sind Bananen krumm? Warum sind manche Bananen grün und andere gelb?

Dazu zeigte ich ihnen Filmausschnitte aus einer Fernsehsendung, in der erklärt wurde, dass wir Deutschen sehr viele Bananen konsumieren und unter welchen Bedingungen die Arbeiter auf den Plantagen arbeiten. Die Felder werden mit Pflanzenschutzmitteln besprüht während die Arbeiter dort arbeiten.

Danach beschäftigten wir uns zunächst mit der Frucht selbst. Fragen wie: Wie wachsen Bananen?, Was sind Bananenhände?,  Wie heißen die vier bekanntesten Bananensorten? wurden mit Hilfe von bebilderten Arbeitsblättern beantwortet.

Zur bekannten Frage  „Warum ist die Banane krumm?“ zeigte ich einen Film der  Lach- und Sachgeschichten, der den Kindern wie immer viel Spaß machte.

Auf einer Weltkarte durften sie kleine Bananen-Aufkleber über den Namen der Länder anbringen, in denen Bananen wachsen. Dabei wurde der sogenannte „Bananengürtel“  deutlich, der sich über die Welt spannt und in dessen Ländern die idealen Bedingungen – feucht und warm – herrschen.

Anhand der Vorlese-Geschichte: Chipi auf der Bananenplantage, entnommen dem oben genannten Arbeitsheft, konnten die Kinder den Weg der Bananen von der Plantage bis in den deutschen Supermarkt nachvollziehen. Zum gleichen Thema konnten sie ein Bananen-Domino legen, in dem spielerisch der lange Transportweg verdeutlicht wurde ( ebenfalls dem Arbeitsheft entnommen).

Das eigentlich von mir angestrebte Unterrichtsthema „Fairtrade“ wurde beispielhaft anhand zweier fingierter Berichte von Jungen, die einmal auf einer konventionellen und ein anderes Mal auf einer fair betriebenen Bananenplantage lebten, den Kindern näher gebracht.

Die Begriffe fair und trade wurden in Unterrichtsgesprächen erläutert. Was fair bedeutet, kennen die Kinder vom Fußballspiel. Dass fairer Handel den betroffenen Bauern nützt, konnten die Kinder anhand der beiden Geschichten nachvollziehen. Besonders beeindruckt waren die Schüler/innen von Schilderungen, dass die Kinder dort jetzt zur Schule gehen konnten und die Eltern Medikamente und genügend Lebensmittel kaufen können.

So kamen wir auch auf das Thema Weltladen in Vreden zu sprechen. Sofort erzählten Schüler/innen: “ Das kenne ich. Meine Oma hilft da immer mit.“ oder „Meine Mama kauft da immer Kaffee.“

Schließlich kamen wir zum Höhepunkt der Unterrichtsreihe. Wir besuchten gemeinsam den Weltladen, nachdem ich mit den dortigen ehrenamtlichen Mitarbeitern einen Termin ausgemacht hatte. Fachkundig erläuterte zunächst Martin Gudorf, selbst ehemaliger Grundschullehrer, den Sinn von Fairtrade und des Weltladens. Besonders interessant fanden die Kinder auch hier die Weltkarte, auf der wir auch die Herkunftsländer unserer neuen Schüler aus Syrien, dem Irak und Afghanistan suchten. Kaum abwarten konnten die Kinder es bis sie die vielfältigen Angebote des Weltladens erkunden konnten. Gemeinsam suchten wir nach den Namen der Länder, in denen die Dinge hergestellt worden waren. Einige Kinder nutzten die Gelegenheit schon einmal kleine Geschenke für ihre Eltern oder Süßigkeiten zu kaufen. Als Überraschung schenkte ihnen Martin Gudorf zum Schluss noch einen selbst gebastelten Stern, der sie an den Besuch im Weltladen erinnern wird. Wir verabschiedeten uns, nachdem wir ein Erinnerungsfoto gemacht hatten und einige Kinder wollten gerne am Nachmittag zusammen mit ihren Eltern wiederkommen.

Eine solche kleine Unterrichtsreihe kann nur einen ersten Einblick in das Thema Fairtrade geben, die Kinder auf kindgemäße Weise überhaupt erst einmal mit dem Thema bekannt machen, sie sensibilisieren für die globalen Zusammenhänge unserer Welt und sollte später mit weiteren Themen fortgesetzt werden. Auch andere Lehrer/innen der Schule wollen die Reihe in nächster Zeit durchführen. Ich bin sicher, dass die Schüler und Schülerinnen davon einen nachhaltigen Eindruck zurückbehalten haben, dass wir in unserem kleinen Deutschland nur ein Teil des großen Ganzen sind und eine besondere Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen auf der ganzen Welt haben.

 

Hilfreich bei der Konstruktion der Unterrichtsreihe waren:

– die Internetseite: www.bananen-seite.de

– das Arbeitsheft: ‚Warum ist die Banane krumm?‘ unter: http://www.faire-woche.de/fileadmin/user_upload/media/Mitmachen/kindergottesdienst_bananen/kigo_bananenheft.pdf

Als weiteres Material wurden von mir eingesetzt:

fair gehandelte Bananen aus dem Supermarkt,

Filme:

planet-schule: Was uns die Banane über die     Welt verrät, http://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=10186

„Bananenanbau heute“ Medienzentrum Borken:  (Signatur 4650450)

Lach- und Sachgeschichten: Warum ist die Banane krumm?          https://www.youtube.com/watch?v=PczRoi0JNc8

 

Dezember 2016,

Helma Benke, Sachunterricht Klasse 3b