Unterrichtseinheit zum fairen Handel am Beispiel der Textilindustrie in der Heilerziehungspflege

Unter dem Titel „Wirtschaftsmacht der globalisierten Modeindustrie – kritisch konsumieren fairbessert die Welt!?“ findet zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien (SJ 2016/17) eine Unterrichtseinheit im dritten Ausbildungsjahr der Fachschule für Heilerziehungspflege statt, die das Thema des fairen Handels aufgreift. Ausgehend von einer Analyse des gewandelten Modekonsums sowie aktuellen Vermarktungstrends der globalisierten Modeindustrie werden zu Beginn der Einheit zunächst soziale, ökologische und ökonomische Folgen dieser „fast fashion“ problematisiert, wobei der Schwerpunkt auf den Arbeits- und Produktionsbedingungen in sogenannten Billiglohn-Ländern liegt. Exemplarisch vollziehen die Schülerinnen und Schüler den Weg sowie die Wertschöpfungskette eines T-Shirts von der Baumwollproduktion bis in den Kleiderschrank nach und beschäftigen sich in diesem Zuge mit den Wirkmechanismen des globalisierten Handels. Anschließend informieren sich die Schülerinnen und Schüler anhand der Siegel „“Fairtrade“ und „Fair Wear Foundation“ über fair gehandelte Textilien und Kriterien für den Erhalt dieser Siegel. Abschließend sollen die Schülerinnen und Schüler den fairen Handel bzw. den vermehrten Konsum fair gehandelter Mode aus verschiedenen Perspektiven (Arbeiter/innen, Textilunternehmen, Konsumenten, WFTO) diskutieren und unter dessen Berücksichtigung ein eigenes politisches Urteil fällen, inwiefern der fairer Handel eine Lösung für die anfangs problematisierten Folgen des Welthandels darstellt.

Fairtrade ist in den Einzelhandelsklassen präsent.

Die betreffenden Klassen der Auszubildenden zum Verkäufer / zur Verkäuferin und die Auszubildenden zur Kauffrau im Einzelhandel / zum Kaufmann im Einzelhandel setzen sich mehrfach mit Fairtrade Produkten auseinander. Im Unterricht wird Fairtrade nicht als spezielle Einheit thematisiert, sondern ist bei den Themen „Warenkennzeichnung“, „Sortimentsgestaltung“ und „spezielle Kundennachfrage“ bzw. „Kundenbedürfnisse“ und „Kundentypen“ normaler Bestandteil des Unterrichts. Hierbei wird regelmäßig festgestellt, dass Fairtrade nicht nur Lebensmittel betrifft, sondern auch andere Branchen wie z.B. die Textil Branche.